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Männer und Grillen: Weil es wahre Liebe ist – Der Mann und das gegrillte Fleisch

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Jedes Jahr mit Beginn der ersten wärmeren Frühlingsstrahlen lässt sich ein, auch für das ungeübte Auge, beeindruckendes, ja kulturhistorisch bedeutendes Phänomen in Deutschland beobachten: Sobald es sich, wenn auch noch mit Jacke und einigem Wohlwollen, nur ein paar Stunden im Freien aushalten lässt, wird der deutsche Mann tief im Inneren kribbelig. Eine Sehnsucht, die den ganzen Winter in ihm schlummerte, erwacht und drängt voller Leidenschaft und Konsequenz nach Verwirklichung. Der deutsche Mann will endlich wieder Feuer machen, er will Fleisch grillen und seine Horde, sprich seine vornehmlich männlichen Freunde, versammelt um die Feuerstelle wissen.

Schnell wird die Horde, sprich die vornehmlich männlichen Freunde, kontaktiert, um für das nächste Wochenende eine Grillparty zu organisieren. Proteste der weiblichen Hordenmitglieder, es wäre doch noch zu kühl für eine Grillfeier, werden vom deutschen Mann eher als Herausforderung, denn als Hindernis betrachtet. Es wird gegrillt und zwar Fleisch, viel Fleisch, möge es auch noch einmal schneien oder hageln! Denn der deutsche Mann will endlich wieder Feuer machen!

Männer und Grillen: Warum Männer einfach gerne grillen und warum es immer viel mehr Fleisch als Gemüse auf dem Grill geben wird

Während der deutsche Mann seine Grillaktivitäten im Regelfall auf die Frühlings- und Sommermonate beschränkt, erfreuen sich Männer in anderen Ländern das gesamte Jahr über ihrer Grillleidenschaft. Sei es aufgrund glücklicher klimatischer Umstände, wie etwa in Australien, wo in fast jedem öffentlichen Park ein Gasgrill zur sofortigen Nutzung bereitsteht oder in kälteren Gebieten wie Skandinavien und Russland, da dort den einheimischen Herren das Eisgrillen bei frostigen -20 Grad erst so richtig männliche Freude bereitet.

Ja, es ist wissenschaftlich erwiesene Tatsache: Grillen ist durch und durch männlich! In allen Zeiten und über alle Kulturen hinweg waren und sind Männer die Herren am Grill. Damen am Grill sind international noch immer ein merkwürdig und schiefbeäugtes Kuriosum. Der Grill als eines der letzten männlichen Refugien wird von der internationalen Männerwelt noch immer bis auf das Äußerste verteidigt. Warum dies so ist, darüber hat die Wissenschaft unterschiedliche Theorien.

Die erste, die auch dem wissenschaftlichen Laien wohl sofort in den Sinn kommt, ist die Höhlenmenschen-Theorie und die sich zunehmend entwickelte Geschlechtertrennung. Der Höhlenmann ging auf die Jagd, während Frau Höhlenmensch nach Früchten und anderem Essbaren Ausschau hielt. Nach erfolgreicher Jagd wurde das Fleisch auf dem Feuer gebraten und da es sich eben, nährstofftechnisch betrachtet, um die wertvollere Nahrung handelte, verschwendete man das Feuerholz eben nicht für die pflanzliche Nahrung, sondern briet das Fleisch über dem Feuer.

Es ist nicht beweisbar, ob es tatsächlich nur Männer waren, die auf die Jagd gingen und die das Fleisch braten durften. Fakt ist jedoch, dass wir Menschen schon seit über 100.000 Jahren grillen, also Fleisch durch den Gebrauch des Feuers verdaulicher gemacht haben. Für unsere Entwicklung war dies mehr als nur förderlich. Zum einen, weil sich durch den Verzehr des gebratenen Fleisches unser Kiefer so verformte, dass das Sprechen überhaupt erst möglich wurde. Zum anderen, kostet das Grillen über glühender Asche Zeit, aber keine allzu überhöhte Aufmerksamkeit.

Man saß also vor der Glut und hatte Ruhe, sich Gedanke zu machen, Ideen auszutauschen, gemeinsam Pläne zu entwickeln und damit schlicht und einfach die Menschheit auf die Siegesstraße der Evolution zu führen. Dieses freudige Gefühl, gemeinsam auf das gegrillte Fleisch zu warten, hat sich in unser, besonders in das männliche kollektive Gedächtnis gebrannt. Beim Grillen lässt es sich regelmäßig wieder beobachten, wenn Männer gemeinsam vor dem heiligen Grill stehen und nach und nach zu sinnieren beginnen.

Trotz Elektroherd und Mikrowelle – Warum Männer immer gerne grillen werden

Die Liebe zum Grillen, besonders von großen Fleisch- und Würstchenmengen erfreute sich immer größter Beliebtheit, doch ist seit einigen Jahren ein wahrer Boom, fast schon ein männlicher Grill-Kult, zu beobachten. Der Mann, der etwas auf sich hält, investiert in Deutschland mindestens 700 € jährlich in sein feuriges Grillvergnügen. Ob vermauerte Gasgrillstation, der Original – Smoker aus Amerika, das Hightech-Grillthermometer als App oder die Grillschürze mit handgesticktem Namen – für den gemeinen, männlichen Grillmeister sind bei den Anschaffungen, die ein perfektes Grillerlebnis und –ergebnis versprechen, nach oben keinerlei Grenzen gesetzt.

Und die Männerwelt, besonders die deutsche, kauft gern, teuer und viel, wenn es um den wahren Grillgenuss geht. Wie lässt sich dieser Trend erklären? Kulturwissenschaftler sehen die zunehmend alltäglich werdende Emanzipation als Grund für die neuerlich wachsende Grillbegeisterung. Es gäbe zu wenige Gebiete bei denen Mann noch ganz Mann sein dürfe. Beim Grillen darf Mann ungehemmt viel essen, Bier trinken, Zoten reißen und sich als uneingeschränkter Herrscher über sein kleines Reich fühlen. Er bestimmt, wann das Grillfleisch fertig ist und wer zuerst davon essen darf. Er hält die Fäden in der Hand, ist Herr über das Feuer und kann im Kleinen zeigen, dass er noch immer in der Lage ist, seine Sippe zu versorgen.

Dies scheint ein gutes Gefühl zu sein, schließlich geben über 80 % der deutschen Männer an, dass sie die Verantwortung für den Grill zu Hause übernehmen und diese freiwillig auch niemals abgeben würden. Die Industrie hat dieses tiefe Bedürfnis für sich erkannt und nutzt es hervorragend, um ihre Produkte an den Mann zu bringen. Oder haben Sie jemals eine Werbung gesehen, die mit weiblichen Attributen für einen Hightechgrill wirbt? Nein, ein Grill ist männlich und umso teurer und ausgefeilter er und das dazugehörige Equipment ist, als umso männlicher wird er angepriesen.

Doch nicht nur der Grill, Anzünder und Co. sind testosterongeschwängert, selbst die Marinade, Grillrezepte, Grillmeisterschaften und sogar Sendungen über das Grillen kommen männlich und damit mit Sicherheit auch höchst erfolgreich daher. Nicht umsonst startet die Pilotfolge „BEEF! – Das Magazin für Männer mit Geschmack“ von Gruner +Jahr am 16. August um 11.00 Uhr im Rahmen des großen Fleisch – Thementages bei RTL NITRO. Der eigentliche Internationale Fleischtag wird übrigens am 26. Februar begannen und war nach dem 2.Weltkrieg eigentlich dafür gedacht, Mangelerscheinungen aufgrund fehlender Fleischzufuhr bei Kindern anzumahnen.

Macht aber nichts! Fleischgrillen macht glücklich, hat uns in der Evolution vorangebracht und stärkt noch heute auf positive Weise unser Zusammenleben. Und auch, wenn wir uns mit unserem Fleischkonsum gegenwärtig eher ein wenig mehr zurückhalten sollten, kann im Sommer ruhig einmal in der Woche Fleischtag sein!

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