Oplayo Adwords Agentur

Logopädie – was ist das, wer braucht sie, wie bekommt man sie?

0

Wenn ein Arzt ein Rezept für eine logopädische Behandlung ausstellt, stellen sich viele Patienten die Frage, was Logopädie eigentlich ist und wo sie ihren Platz in der Medizin hat. Ein kurzer Überblick des Themas befasst sich unter anderem mit folgenden Fragen:

  • Seit wann gibt es die Logopädie?
  • Welche Problemfelder werden in einer logopädischen Therapie behandelt?
  • Was wird in einer logopädischen Therapie gemacht?
  • Muss mein Kind zum Logopäden?
  • Gibt es in der Logopädie auch erwachsene Patienten?
  • Wer bezahlt die logopädische Behandlung?

Seit wann gibt es die Logopädie?

Den Begriff „Logopädie“ (abgeleitet von den griechischen Wörtern lógos (Wort) und paideuein (Erziehung)) gibt es bereits seit 1913, im Jahre 1924 führte der Wiener Arzt Emil Fröschels die Bezeichnung offiziell in der Medizin ein. Allerdings ist bekannt, dass schon Ende des 19. Jahrhunderts erste logopädische Kurse, damals unter dem Begriff Sprachheilkunde, für Kinder angeboten wurden (1886 in Potsdam). Das Berufsbild des Logopäden gibt es aber erst seit 1957, die erste Lehranstalt für Logopäden in Deutschland eröffnete 1962 in Berlin. Seitdem wächst dieser Bereich nachhaltig. Heute sind bundesweit ca. 10.000 Logopäden tätig, die mit ihren verschiedenen Therapieansätzen ihren Patienten helfen, eine Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit zu erlangen.

Welche Problemfelder werden in einer logopädischen Therapie behandelt?

Die Logopädie beschäftigt sich im weitesten Sinne mit Defiziten in den Bereichen des Sprechens, der Sprache, der Stimme, aber auch des Hörens und des Schluckens – agiert also auf einem Gebiet, das eine herausragende Stellung in der Gesellschaft hat: Es geht nämlich vor allem um Kommunikation. Und die ist bei Menschen mit Beschwerden in diesen Bereichen zum Teil sogar so stark eingeschränkt, dass ihnen ein problemloses Alltagsleben nicht (mehr) möglich ist. Und hier setzt die Logopädie an: In individuellen Therapiestunden werden Patienten dabei unterstützt, die Defizite und Beschwerden weitestgehend auszugleichen beziehungsweise zu beseitigen.

Was wird in einer logopädischen Therapie gemacht?

Am Anfang einer jeden Therapie steht die ausführliche Diagnostik beziehungsweise Anamnese – dies gilt natürlich auch für die Logopädie. Der Logopäde nimmt als Grundlage den Befund des behandelnden Arztes und erstellt in ausführlichen Gesprächen und anhand verschiedener Tests eine genaue Anamnese des Patienten, aus der dann anschließend die individuelle Therapie entwickelt wird. In der Logopädie wird nicht mit Medikamenten gearbeitet – der Patient lernt durch Übungen, seine Defizite zu mildern. Dazu gehören, je nach Befund, Sprachübungen, das Training von Stimm-, Schluck- und Sprechtechniken, motorisches Training, die Arbeit am Computer und mit Musik. Besonders großen Wert legt der behandelnde Logopäde auf die Beratung des Patienten und seiner Angehörigen: Für eine erfolgreiche logopädische Therapie ist Eigeninitiative vonnöten, die auch das Üben zuhause beinhaltet – oft über viele Jahre lang. Darüber hinaus muss der Patient lernen, mit seinen Defiziten den Alltag zu meistern. Deshalb muss in die Therapie das direkte Umfeld des Patienten mit einbezogen werden, als Unterstützer und Ratgeber. Logopädische Behandlungen werden in Praxen, Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen, aber auch bei den Patienten zuhause durchgeführt.

Muss mein Kind zum Logopäden?

Jeder Mensch ist ein Individuum und entwickelt sich unterschiedlich schnell – während das Nachbarskind schon mit 10 Monaten laufen konnte, war das eigene erst mit 15 Monaten dran: Beides im Normbereich, ohne dass man sich Sorgen machen müsste. Doch dann gibt es Beschwerden und Schwierigkeiten, die genauer beobachtet werden müssen, um rechtzeitig eingreifen zu können, falls sie sich nicht „verwachsen“. Im Bereich der Logopädie sind dies natürlich Stottern, Lispeln oder Stolpern. Darüber hinaus gibt es aber eine ganze Reihe weiterer Störungsbilder, die vom Logopäden behandelt werden: Verzögerung der Sprachentwicklung, Ess- und Trinkprobleme bei Babys, Störungen der Stimme und Sprachstörungen, die aus einer Hörstörung resultieren. Eltern, die bei ihrem Kind Probleme in diesen Bereichen erkennen, sollten zunächst ihren Kinderarzt oder Hausarzt konsultieren, der sie gegebenenfalls an eine logopädische Praxis verweist. Detaillierte Informationen zu den verschiedenen Störungsbildern bei Kindern sind auch hier zu finden.

Gibt es in der Logopädie auch erwachsene Patienten?

Auch wenn man bei „Logopädie“ zu allererst an Kinder denkt, so sind in logopädischen Praxen auch Erwachsene anzutreffen. Die oben genannten Störungen im Bereich der Sprache, des Sprechens, der Stimme und des Schluckens treten bei erwachsenen Patienten meistens durch Gehirnschäden auf. Diese können durch einen Schlaganfall verursacht sein, aber auch durch degenerative Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Parkinson. Stimmstörungen wie Heiserkeit resultieren wiederum oft aus Entzündungen im Kehlkopfbereich oder aus falscher Atmung. Bei erwachsenen Patienten ist die Beratung hinsichtlich des Umgangs mit den Defiziten im Alltag besonders wichtig.

Wer bezahlt die logopädische Behandlung?

Die logopädische Therapie wird in der Regel von den Krankenversicherungen beziehungsweise Krankenkassen getragen, von gesetzlichen genauso wie von privaten. Hierfür ist aber eine Überweisung des behandelnden Arztes nötig, der die Notwendigkeit einer logopädischen Behandlung feststellen muss.
Darüber hinaus ist aber auch möglich, Logopädie selbst zu bezahlen, wenn keine medizinische Notwendigkeit besteht, der Patient aber gerne eine „Störung“ beseitigen möchte, wie beispielsweise dialektbedingte Aussprache-Besonderheiten, die im Job hinderlich sein könnten.

Weitere Fragen zum Thema Logopädie beantwortet gerne der Logopäde in Ihrer Nähe, an den Sie sich vertrauensvoll wenden können oder besuchen Sie die Website  des dbl – Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V. Auch Wikipedia bietet zahlreiche Informationen sowie weiterführende Links zum Thema Logopädie.

Bildquelle: fotolia.com

Share.

Comments are closed.