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Was ist Ergotherapie?

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Die Ergotherapie ist eine relativ junge Form der Therapie bei Patienten, die Defizite im Alltag ausgleichen müssen, sei es aufgrund von Störungen des Nervensystems oder von Behinderungen (physisch wie psychisch), oder bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten und Motorikproblemen. Dieser Beitrag bieten umfassende Informationen zum Thema Ergotherapie:

  • Geschichte der Ergotherapie
  • Für wen ist Ergotherapie geeignet?
  • Welche Probleme werden in der Ergotherapie behandelt?
  • Wie sieht Ergotherapie aus?
  • Wer bezahlt die ergotherapeutische Behandlung?

Geschichte der Ergotherapie

Der Begriff „Ergotherapie“ leitet sich aus dem Griechischen ab: érgon (Arbeit, Werk) und therapeía (Dienst, Behandlung). Er bezeichnet grob eine Therapie durch Arbeit. Die ersten Ergotherapeuten nahmen Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA ihre Arbeit auf. In Deutschland sind die Anfänge in den 20er Jahren begründet, als Hermann Simon Theorien zur Arbeitstherapie bei psychisch kranken Patienten entwickelte. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden bei traumatisierten und verwundeten Soldaten erstmals ergotherapeutische Ansätze, die sich aus einer Zusammenlegung von Arbeits- und Beschäftigungstherapie entwickelten, angewandt. 1953 eröffnete in Hannover die erste Lehranstalt für Beschäftigungstherapie. 1999 wurde die Berufsbezeichnung „Ergotherapeut“ eingeführt, die Arbeits- und Beschäftigungstherapeuten umfasst.

Für wen ist Ergotherapie geeignet?

Frei nach der Definition des Deutschen Verbands der Ergotherapeuten (DVE) ist eine ergotherapeutische Behandlung für Menschen jeden Alters gedacht, die Einschränkungen im Handeln aufweisen oder von solchen bedroht sind. Als Ziel der Therapie wird angesehen, die Patienten zu stärken im Umgang mit ihrem Alltag, und zwar in den Bereichen Selbstversorgung (z.B. Essen oder Anziehen), Freizeit (z.B. Spielen, Interaktionen mit der sozialen Umwelt) und Produktivität (Arbeit und Schule). Um dieses Ziel zu erreichen, unterstützt der Therapeut den Patienten mit eingehender Beratung (in der Praxis oder zuhause), bei der Anpassung an die Umwelt (auch im Sinne von Veränderung des häuslichen Umfelds) und mit therapeutischen aktiven Maßnahmen (Übungen, Training). Dadurch sollen die Lebensqualität und die Fähigkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, verbessert werden.

Welche Probleme werden in der Ergotherapie behandelt?

In ergotherapeutischen Behandlungsstunden kann eine Vielzahl von Störungsbildern behandelt werden. Bei Kindern sind es unter Anderem Störungen aufgrund Hirnschädigungen (Lähmung, Spina Fibida, Epilepsie), Entwicklungsstörungen im Bereich der Sensomotorik und der Wahrnehmungsfähigkeit, Entwicklungsstörungen im physischen und psychisch-sozialen Bereich oder auch psychische Erkrankungen wie AD(H)S, Autismus, Ess- und Verhaltensstörungen. Darüber hinaus kann bei Schulkindern Ergotherapie prophylaktisch eingesetzt werden, um deren Konzentrationsfähigkeit zu verbessern. Eine Übersicht der Problemfelder bei Kindern finden Sie hier.
Bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen bietet sich Ergotherapie bei Behinderungen wie Blindheit oder Taubheit an beziehungsweise nach Unfällen, die physische (Schäden an Gliedmaßen) oder psychische (Hirnschäden) Beeinträchtigungen zur Folge haben.
Bei Erwachsenen werden die drei Bereiche Neurologie, Orthopädie mit Randbereichen und Geriatrie durch Ergotherapie abgedeckt. In der Neurologie geht es um Schäden des Gehirns nach Schlaganfällen oder Schädel-Hirn-Verletzungen bzw. Krankheitsbilder wie Parkinson und Multiple Sklerose. Ergotherapie in der Orthopädie zielt auf die Verbesserung der Bewegungsfähigkeit bei traumatischen oder degenerativen Störungen, nach Amputationen, zur Narbenbehandlung sowie bei Rheumaerkrankungen. Ältere Patienten (Bereich Geriatrie) werden bei einer Vielzahl der oben genannten Problemfelder ergotherapeutisch behandelt, um ihre Lebensqualität zu erhöhen bzw. die Folgen von Erkrankungen zu mildern oder zu vermeiden. Hier finden Sie eine Übersicht zu diesem Thema.

Wie sieht Ergotherapie aus?

Wie bei jeder Therapie steht am Anfang eine umfassende Anamnese, die als Basis die Diagnose des behandelnden Arztes beinhaltet. In Gesprächen informiert sich der Therapeut über die Probleme des Patienten, aber auch der Angehörigen mit dem Patienten. Hausbesuche helfen einzustufen, in welchem Grad die Defizite den Alltag des Patienten beeinflussen. Hieraus wird eine individuelle Therapie erarbeitet, die nicht nur „Arbeitsstunden“ in der Praxis oder im Krankenhaus/Reha-Zentrum umfasst, sondern gegebenenfalls auch Veränderungen im häuslichen Umfeld, die dazu beitragen sollen, dem Patienten den Alltag zu erleichtern (Wohnraumadaption).
In Therapiestunden arbeitet der Ergotherapeut mit dem Patienten und gibt ihm mit Übungen Hilfestellung an die Hand. Diese Übungen reichen von Bewegungen der beeinträchtigten Gliedmaßen über Konzentrationsübungen bis hin zu psychotherapeutischen Ansätzen, die Motivation stärken oder soziale Schwierigkeiten mildern sollen.

Wer bezahlt die ergotherapeutische Behandlung?

Ergotherapie bezahlt in aller Regel die Krankenkasse (gesetzlich wie privat). Hierzu ist es notwendig, dass der behandelnde Arzt die Notwendigkeit einer Ergotherapie feststellt (Kinderarzt, Psychiater usw.). Bei prophylaktischer Therapie zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit bei Kindern ohne medizinische Indikation müssen die Stunden beim Ergotherapeuten selbst bezahlt werden.

 

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