15. Tag der Rückengesundheit

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15. Tag der Rückengesundheit animiert zu positivem Denken
Psychische Stärke gegen körperliche Schwäche

Beschwerden im Rückgrat haben vielfältige Ursachen. Was viele dabei unterschätzen: Auch die Psyche spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. „Um Schmerzen erfolgreich zu lindern, gilt es daher, die individuelle Wahrnehmung zu berücksichtigen und Anspannung und Stress gezielt entgegenzuwirken“, weiß Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga. Mit dem Motto „Sie haben es in der Hand – Rückenschmerzen bieten Chancen“ widmet sich der diesjährige Tag der Rückengesundheit am 15. März genau diesem Phänomen.

Kreislauf durchbrechen

Anhaltende Rückenschmerzen sowie ständige psychische Anspannung bilden häufig einen regelrechten Teufelskreis. Auf der einen Seite verstärken körperliche Beschwerden die negative Wahrnehmung alltäglicher Situationen. Auf der anderen Seite erhöht Stress den sogenannten Muskeltonus, was wiederum zu schmerzhaften Verspannungen führt. „Mit der Zeit kann es passieren, dass Betroffene beziehungsweise deren Nerven regelrecht auf Schmerz programmiert sind“, ergänzt Dr. Schneiderhan. „Neben medikamentösen oder minimalinvasiven Therapien, die direkt an der Reizweiterleitung zum Gehirn ansetzen, helfen hier oft gezielte Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training, den Schmerzkreislauf zu durchbrechen.“ Darüber hinaus stärken beispielsweise Sportarten wie Yoga, Pilates oder Tai Chi gleichzeitig Körper und Geist. Aber auch im Alltag empfiehlt es sich, negative Stresssituationen zu vermeiden oder einen entsprechenden Ausgleich zu finden. „Dabei sollten persönliche Vorlieben im Fokus stehen“, rät der Wirbelsäulenspezialist. „Während die einen zum Beispiel nach einem anstrengenden Tag am Schreibtisch mit intensivem Sport abschalten, entspannen andere am besten bei einem warmen Vollbad.“

Individuelle Diagnose

Vor jeder Therapie steht ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch. In Kombination mit körperlichen und bildgebenden Untersuchungen wie Röntgen oder Magnetresonanztomografie stimmen Mediziner dann das individuelle Vorgehen für die anschließende Therapie ab. Mithilfe von Schmerzfragebögen und -tagebüchern lässt sich das subjektive Schmerzempfinden in Skalen wiedergeben und indirekt messbar machen. „Wir unterscheiden dabei drei Komponenten des Schmerzes: die sensorische, die emotionale und die evaluative“, erklärt Dr. Schneiderhan. Mit der ersten beschreiben Patienten Ort und Art ihrer Beschwerden, etwa „ziehend“ oder „pochend“. Mit der emotionalen Komponente geben sie den gefühlsmäßigen Eindruck wieder, beispielsweise „quälend“, und der evaluative Aspekt zieht schließlich vorangegangene Erfahrungen zum Vergleich heran. „Um den größtmöglichen Nutzen aus Diagnose und Therapie zu ziehen, ist die aktive Mitarbeit der Patienten gefragt“, betont Dr. Schneiderhan abschließend. „Wer sich darauf einlässt, Stress- und Schmerzfallen aus seinem Alltag zu verbannen, und einen positiven Ausgleich sucht, hat bereits den ersten Schritt zur Beschwerdefreiheit getan.“

Exemplar eines Ratgeberbuches von Dr. Schneiderhan

rueckengesundheit

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