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Im Kampf gegen Flugangst

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Angst vorm Abheben

Dortmund Airport mit Psychologin Linda Föhrer im Kampf gegen Flugangst

Jeder fünfte Europäer leidet heute unter Flugangst, der sogenannten Aviophobie. Seit dem tragischen Germanwings-Absturz vor ein paar Wochen macht sich auch bei der Allgemeinheit verstärkt Unsicherheit breit. Nach einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach sind es etwa 15 Prozent aller Deutschen, die beim Betreten des Flugzeuges unter extremen Schweißausbrüchen, Ohrenschmerzen, Herzrasen, feuchten Händen, Panikattacken und beklemmender Atemnot leiden. Und das, obwohl das Flugzeug statistisch gesehen das sicherste Transportmittel überhaupt ist. Diplom-Psychologin Linda Föhrer gibt seit über einem Jahrzehnt Seminare gegen Flugangst, zum Beispiel direkt am Dortmund Airport. Sie weiß, wie Betroffene ihre Angst besiegen können.

1. Frau Föhrer, zunächst einmal, ist Flugangst wirklich heilbar?
Flugangst ist keine Krankheit. Sie gehört zu den Phobien, also milderen Formen der Angst, die jeder Mensch im Laufe seiner Lebensgeschichte leicht erwerben kann. Die gute Nachricht ist, dass man Angst, die man erlernt hat, auch wieder verlernen kann.

2. Was sind die häufigsten Ursachen für Flugangst?
Leider sind die Medien, besonders das Fernsehen mit seinen Berichterstattungen über jede Flugzeugkatastrophe nicht besonders förderlich für entspanntes Fliegen. Wenn jeder Autounfall so viel Aufmerksamkeit kriegen würde, wie jedes Flugzeugunglück, würde sich wahrscheinlich keiner mehr entspannt ins Auto setzen.

3. Wie lautet Ihr Seminarkonzept? Was erwartet die Teilnehmer?
Das Ziel ist für jeden ein anderes. Jede Angst hat eine individuelle Vorgeschichte und auch einen unterschiedlichen Ausprägungsgrad. Wenn es nur die reine Aviophobie ist, dann ist es gut möglich, dass wirklich ein Tagesseminar ausreicht, damit man danach wieder entspannt fliegen kann. Wenn zu der Aviophobie aber noch andere Ängste kommen, dann wollen die auch gesehen und behandelt werden. Deswegen sind solche Seminare auch geeignet für Menschen die Höhenangst oder Klaustrophobie haben. Am Ende des Seminars erwartet die Teilnehmer also auch noch Arbeit. Nämlich das neu Erlernte für sich im Alltag umzusetzen.

4. Warum ist Ihnen das Bekämpfen der Flugangst so ein wichtiges Anliegen?
Mich hat das sehr betroffen gemacht, dass nach den Ereignissen vom 11. September einige Fluggesellschaften pleite gemacht haben, weil so viele Menschen Angst hatten zu fliegen.
Da ich zu dieser Zeit noch zwei Berufe ausgeübt habe, als Chefstewardess bei einer großen deutschen Fluggesellschaft und als Psychologin, war für mich klar, dass ich etwas dafür tun kann, damit wir dieses Trauma besser überwinden können.
Aus diesem persönlichen Wunsch etwas Positives zu bewirken, ist das erste Flugangstseminar entstanden, welches ich am Flughafen Dortmund angeboten habe.
Wie sich später herausstellte war das das Richtige zur richtigen Zeit!
Durch einen Artikel in der Bochumer Lokalpresse wurden andere Zeitungen, Fernseh- und Radiosender auf das neue Angebot aufmerksam und haben dieser Idee zu einem guten Start verholfen.

Seminar Flugangst

5. Warum finden die Seminare direkt am Flughafen statt? Sollen die Teilnehmer so direkt mit der Airport Luft konfrontiert werden?
Ja, ich schaue immer, dass wir direkt am Flughafen sind und außerdem auch noch die Möglichkeit haben, ein Flugzeug zu besichtigen. In der Regel ist auch noch ein Pilot dabei oder jemand der sich sehr gut mit der Fliegerei auskennt. Je authentischer das Seminar ist, desto glaubhafter kann ich den Teilnehmern vermitteln, dass Fliegen sogar Spaß machen kann.

6. Wie kann NLP bei Flugangst helfen?
„Das Neuro-Linguistische Programmieren (kurz NLP) ist eine Sammlung von Kommunikationstechniken und Methoden zur Veränderung psychischer Abläufe im Menschen.“ (Wikipedia)
Über die Vorstellung können sich neue Erfahrungen in das Körpergefühl übersetzen.
Körper und Geist werden mit der Unterstützung aller fünf Sinne trainiert, damit es dann in der Realität (im Flieger) klappt.

7. Sie sind nicht nur Diplom-Psychologen sondern auch Chef-Stewardess. Fällt es Ihnen manchmal schwer sich vorzustellen, dass manche Menschen Angst vor dem Fliegen haben? Können Sie sich überhaupt in sie hineinversetzen?
Gerade weil ich in der Praxis so viele Menschen sehe, die sehr angespannt in ihrem Sitz sitzen, auf jede Bewegung sensibel reagieren, die zu Turbulenzen und Absturzgedanken führen könnte, dabei so eine starke Angst haben, dass man kaum noch mit ihnen reden kann, war es für mich noch mehr ein Grund in einer entspannten Seminaratmosphäre an Flughäfen dieses Thema Flugangst konstruktiv angehen zu können.

8. Gibt es eine Lieblingsgeschichte aus Ihren zahlreichen Seminaren?
Es gibt natürlich viele schöne Geschichten. Eine ist, dass mir eine Teilnehmerin nach ihrem ersten Flug nach dem Seminar schrieb, dass als das Bordessen serviert wurde, ihr Mann ganz betroffen drein geschaut hat. Er hat jetzt ihres nicht mehr mit abbekommen. Sie hatte auf einmal wieder Appetit.

9. Haben Sie noch einen letzten Tipp für Passagiere mit Flugangst?
Stehen Sie zu Ihrer Angst. Wenden Sie sich an den verantwortlichen Flugbegleiter in der Crew. Jede gute Fluggesellschaft hat Personal, das dann weiß, was es zu tun habt und ein Auge auf sie wirft.

Vielen Dank für das Interview.
Termine: Die Flugangstseminare finden immer samstags oder sonntags von 10.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr statt.

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